Bei der SPD steht der Generationswechsel an

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Professor Gert Weisskirchen will nicht mehr für den Bundestag kandidieren ­ Lars Castellucci möchte sein Nachfolger werden

Rhein-Neckar. Nun steht auch bei den Sozialdemokraten des Bundestagswahlkreises Rhein Neckar der Generationswechsel an. Gert Weisskirchen, seit 1976 im Parlament und fast 64 Jahre alt, hat seinen Rückzug angekündigt. Dafür hat der 34 jährige Kreisvorsitzende Lars Castellucci aus Wiesloch seinen Hut in den Ring geworfen. Beides geschah bei der Sitzung der SPD-Ortsvereinsvorsitzen den in Sinsheim am Dienstagabend.

Dabei wurde überdies beschlossen, die formelle Nominierung für den Kandidaten nicht als Delegierten-, sondern als Mitgliederversammlung abzuhalten.
Der promovierte Politikwissenschaftler Castellucci, der seit 2001 auch Kreisvorsitzender ist, will um das Direktmandat kämpfen, auch wenn er sich als stellvertretender Landesvorsitzender der SPD Baden Württemberg Chancen auf eine passable Platzierung auf der Landesliste erhofft. ,,Eine Ära geht zu Ende", so hätten es viele formuliert, sagte der Wieslocher Stadtrat und Fraktionsvorsitzende. Dennoch gebe es Aufbruchstimmung. Nicht zuletzt deshalb, weil ja auch Bernd Schmidbauer bei der CDU sein Amt auf gebe und jetzt in ganz neuen Konstellationen Wahlkampf gemacht werden könne.
Weisskirchen, der seit 1999 als Außenpolitischer Sprecher der SPD Bundestagsfraktion fungierte, ist gebürtiger Heidelberger und hat mit Frau Renate eine gemeinsame Tochter. Über den zweiten Bildungsweg studierte er Lehramt an der Pädagogischen Hochschule, absolvierte dann ein universitäres Zusatzstudium in Erziehungswissenschaft, Politologie so wie Wirtschafts- und Sozialwissenschaft und wurde 1976 Professor für Sozialpädagogik an der Fachhochschule Wiesbaden.
Von dieser Position wurde er für seine Bundestagstätigkeit beurlaubt. Kreisvorsitzender seiner Partei war er von 1973 bis 1991, seit 1991 ist er Mitglied der Kontroll- und seit 1994 der Grundwertekommission der SPD.
Lars Castellucci, der Kurpfälzer mit italienischem Vater, gehört der Partei seit 17 Jahren an. ,,Ich traue mir die neue Herausforderung jetzt zu", sagt er zu den Ortsvereinsvorsitzenden. Geprägt hätten ihn die Jahre in der Kommunalpolitik.
“Wer hier nur etwas besser wissen will, kommt nicht weit. Man muss es besser machen", beschreibt er diese „Schule“. Probleme analysieren, Lösungen suchen und dann anpacken, so sagt der Wissenschaftliche Mitarbeiter selbstbewusst, darin liege seine Stärke. Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik nennt er als Schwerpunkte.
Das gilt wohl für Theorie und Praxis. Zum Doktor der Gesellschafts- und Geschichtswissenschaft wurde er über ein solches Thema und in seiner Heimatstadt Wiesloch war er bei der Gründung einer Beschäftigungsinitiative, der Bürgerstiftung und einem Tafelladen mit von der Partie.

Neue Wege möchte Castellucci auch in Sachen innerparteilicher Demokratie beschreiten. Um das Profil der SPD in sozialen Belangen zu schärfen, hat der Kreisvorsitzende ein Wahlmanifest für 2009 ins Leben gerufen. ,,Von unten nach oben" soll da diskutiert werden, was der Basis wichtig ist. Der Bedarf, Themen wie Renteneintrittsalter, Mindestlohn, Atomausstieg oder Bürgerversicherung zu erörtern und Standpunkte zu beziehen, sei groß, hat er erlebt. ,,Ich will wach rütteln", sagt der Kandidat in spe. Näheres unter www.wahlmanifest09.de.

Kirsten Baumbusch/ RNZ

 

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